Auf 25 Hektar am Rand von Schwerin, davon 15 im Gemüsebau, bauen wir Gemüse, Kräuter und Blumen an – biologisch-dynamisch nach Demeter-Richtlinien, als Genossenschaft und im Verbund mit dem gesamten Hof Medewege.
Die Gärtnerei Hof Medewege eG ist Teil des Demeter-Hofs Medewege. Gärtnerinnen und Gärtner, Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten arbeiten hier das ganze Jahr über zusammen – im Gewächshaus, auf dem Feld, in der Packhalle und in der Jungpflanzenanzucht.
Was bei uns wächst, wächst langsam und in Vielfalt: über 30 verschiedene Gemüsearten und Kräuter, dazu Blumen und historische Sorten, deren Saatgut wir selbst vermehren. Unsere Ernte geht in die Solidarische Landwirtschaft, in den Hofladen und die Hofkiste, ins Hofcafé und an Naturkostläden in ganz Norddeutschland.
Rainer Holst hat die Gärtnerei im Jahr 2000 auf dem Demeter-Hof Medewege gegründet. Sein Anspruch war ein gärtnerischer Betrieb, der regional vermarktet und als Organismus verstanden wird – Boden, Pflanze, Tier und Mensch als ein Zusammenhang. Aus Altersgründen hat er die Gärtnerei zum 1. Januar 2026 an die nächste Generation übergeben.
Übernommen haben fünf Menschen, die schon vorher hier gearbeitet haben – darunter zwei seiner Söhne. Sie haben den Betrieb in eine Genossenschaft überführt, die den Mitarbeitenden selbst gehört. Wer bei uns arbeitet und länger bleiben möchte, kann Mitglied werden.
In der Generalversammlung hat jedes Mitglied eine Stimme – unabhängig davon, wie viele Anteile es hält. Gewinn wird nicht ausgeschüttet. Ein gutes Jahr fließt stattdessen als nachträgliche Lohnvergütung an die Mitarbeitenden zurück, anteilig an den geleisteten Stunden.
Beim Übergang haben viele mitgeholfen: Im Sommer 2025 kamen über ein Crowdfunding rund 40.000 Euro zusammen. Über unseren Weg in die Genossenschaft haben die Schweriner Volkszeitung, der Nordkurier und der NDR berichtet.
Demeter ist die älteste ökologische Anbauform – und die konsequenteste. Sie betrachtet den Hof als lebendigen Organismus, in dem Boden, Pflanze, Tier und Mensch zusammengehören.
Kompost, Mist vom eigenen Hof und weite Fruchtfolgen bauen Humus auf. Ein gesunder Boden speichert Wasser, bindet Kohlenstoff und macht Pflanzen widerstandsfähig.
Wir vermehren Saatgut selbst und erhalten historische Sorten, die im Handel längst verschwunden sind – samenfest, nachbaufähig, an unseren Standort angepasst.
Was der Boden gibt, kommt zu ihm zurück. Kein Kunstdünger, keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, so wenig Zukauf wie möglich.
Bei uns lernen junge Menschen den Gemüsebau von Grund auf. Praktika, Ausbildung und Freiwilligendienste gehören für uns zum Betrieb dazu.
Zwischen Beet und Abholstelle liegen wenige hundert Meter. Was wir darüber hinaus abgeben, bleibt in der Region.
Als eingetragene Genossenschaft gehört die Gärtnerei denen, die sie tragen. Entscheidungen fallen gemeinsam – nicht am Kapitalmarkt.
Der größte Teil des Gemüses in Europa stammt heute von einer Handvoll Hochleistungssorten ab. Wir halten dagegen: In unseren Beeten wachsen alte, samenfeste Sorten, die wir gezielt weitervermehren – wegen ihres Geschmacks, ihrer Robustheit und weil Vielfalt die beste Versicherung gegen ein Klima ist, das unberechenbarer wird.
Für unsere Solawi-Mitglieder heißt das: Kisten, in denen auch mal etwas liegt, das man im Supermarkt nie gesehen hat. Und ein Gemüsebrief, der erklärt, was man damit anfängt.
Unser Leitbild folgt den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales.
Wir arbeiten nach ökologischen Richtlinien, bearbeiten den Boden schonend und fördern seine Gesundheit. Ein hoher Anteil des organischen Materials stammt aus eigener Erzeugung. Wir schützen die Vielfalt auf unseren Feldern und bauen Anbausysteme auf, die auch mit veränderten klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Und wir wollen dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.
Unsere Preise orientieren sich an dem, was die Erzeugung wirklich kostet. Wir stärken die Direktvermarktung, weil sie den Weg zwischen Beet und Küche kurz und nachvollziehbar hält. Mit den anderen Betrieben auf dem Hof Medewege arbeiten wir zusammen, statt uns gegenseitig Konkurrenz zu machen – das macht uns unabhängiger von Marktschwankungen.
Wir halten den Betrieb offen für Vielfalt und grenzen uns deutlich gegen jede Form von Rechtsextremismus ab. Wir fördern Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit, führen den Betrieb transparent und geben allen Mitarbeitenden ein Mitspracherecht. Uns ist wichtig, dass alle, die es möchten, Zugang zu bezahlbarem Bio-Gemüse haben.
Feldrundgänge, Hoffeste und Mitmachaktionen stehen allen offen. Schreibt uns, wann ihr vorbeikommen möchtet.